Plötzlicher Kindstod

…oder auch „sudden infant death syndrome (kurz: SIDS)“. Der plötzliche Kindstod ist eines der Themen, die Eltern endlose Sorgen, schlaflose Nächte und vielfaches Kopfzerbrechen bereiten. Was genau versteht man unter dem plötzlichen Kindstod? Bis wann kann er bei meinem Kind gefährlich sein? Wie viele Babys sind davon betroffen? Und wie kann ich mein Kind davor schützen? Genau um dieses sehr ernste und auch tragische Thema soll es in diesem Blog gehen, liebe Mami.

Beginnen wir zuerst einmal mit der Definition: SIDS oder der plötzliche Kindstod bedeutet, dass ein Baby, das als gesund gilt, innerhalb seines ersten Lebensjahres ohne Vorwarnung und ohne erkennbare Ursache stirbt. Die Diagnose SIDS wird von Medizinern dann gestellt, wenn selbst nach gründlichster Untersuchung keine andere Todesursache gefunden werden kann. In Deutschland wird dieser tragische Tod auch als „Krippentod“ oder „plötzlicher Säuglingstod“ bezeichnet. Glücklicherweise liegt das Risiko, dass ein Baby an SIDS verstirbt, statistisch gesehen bei etwa 0,02%. Und trotzdem sind es 0,02% zu viele Fälle.

Schauen wir uns diese 0,02% an. 80% der Todesfälle ereignen sich vor dem sechsten Lebensmonat. Am häufigsten treten sie zwischen dem zweiten und dem vierten Lebensmonat auf. Selten sind die Kinder über ein Jahr alt. Mediziner gehen davon aus, dass der plötzliche Kindstod in den meisten Fällen zur vermuteten Schlafenszeit des Säuglings sowie in den frühen Morgenstunden eintritt. Zum Glück sinkt die Zahl der plötzlichen Kindstodfälle jedes Jahr – vermutlich aufgrund der immer höheren Sensibilisierung der Eltern und der besseren Vorsorge. Das Traurige ist, dass die Rate nie ganz auf null sein wird. Durchschnittlich sind Jungen mit 60% Wahrscheinlichkeitsrisiko häufiger betroffen als Mädchen. Außerdem ereignen sich zwei Drittel aller SIDS-Fälle im Winter. Weshalb, fragst du dich?          
Mediziner erklären sich die Häufung dadurch, dass in vielen SIDS-Todesfällen eine Erkältung vorangegangen ist. Und der Winter ist eben die Erkältungszeit. Die Mehrzahl der verstorbenen Babys wurde in Bauchlage gefunden, häufig schweißgebadet und den Kopf unter einer Bettdecke oder einem Kissen. Das Schlafen in Bauchlage birgt also ein erhöhtes Risiko fürs SIDS. Ebenso besteht ein erhöhtes SIDS-Risiko beim Schlafen in Seitenlage, da sich dein Baby leichter auf den Bauch rollen kann. Aber ein noch höheres Risiko für dein Baby sind Decken, Kissen, Nestchen und Co. im Bett. Das beinhaltet natürlich auch das Schlafen im Elternbett.

Der Mythos, die Bauchlage sei generell gefährlich für dein Baby, stimmt hingegen nicht. Wenn dein Baby wach ist und du bei ihm bist, dann ist die Bauchlage kein Problem. Im Gegenteil: sie fördert den Aufbau und die Kräftigung der Bauch-, Rücken- und Nackenmuskulatur. Diese Muskulatur braucht dein Baby fürs spätere Sitzen, Krabbeln, Stehen und Laufen. Beachte aber, dass die Bauchlage anfangs sehr anstrengend sein kann für dein Baby und gönne ihm häufiger Ruhepausen.

Was gibt es für Ursachen und Risikofaktoren? Bis heute konnten keine eindeutigen Ursachen aus Sicht der Medizin festgestellt werden. Experten gehen von einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren aus. Das können der körperliche Zustand des Babys, seine Gesundheit, die vererbte Genetik, eine problematische Geburt oder der Schwangerschaftsverlauf sein. Aber auch die Umgebung des Babys (z.B. Gestaltung des Babybettchens) und äußere Faktoren (wie z.B. ein Raucherhaushalt) spielen eine große Rolle.

Anzeichen/ Symptome des plötzlichen Kindstods sind plötzliches und gleichzeitiges Auftreten von Atemstillstand, schlaffer Muskulatur, Blaufärbung/ Blässe der Haut, verlangsamter Herzschlag, kalter Schweiß.

Jetzt fragst du dich sicher, was du tun kannst, um dein Baby zu schützen. Liebe Mami, da gibt es tatsächlich ein paar wichtig Dinge, die du beachten kannst, um dem plötzlichen Kindstod vorzubeugen:

  • Lege dein Baby zum Schlafen immer auf den Rücken!
  • Lasse es in seinem eignen Gitterbettchen schlafen. Das Bettchen kannst du neben das Elternbett stellen. Im Notfall kannst du sofort handeln und bekommst alles mit. Achte darauf, dass das Bettchen nicht in der prallen Sonne/ direkten Sonneneinstrahlung steht und auch nicht an einer Heizung.
  • Achte auf eine säuglingsgerechte Bettgestaltung: wenn du das Bett dann im Kinderzimmer hast, so wenig wie möglich an die Wand stellen, wegen der Luftzirkulation; eine feste Schlafunterlage (luftdurchlässige Matratze) und möglichst wenig Bettzeug. Auch wenn der Anblick eines „kalten, lieblosen“ Bettchens erstmal gewöhnungsbedürftig ist, liebe Mami. Achte darauf, dass keine Tierfelle, Daunenkissen und -decken, Stofftiere oder Ähnliches im Bett sind. Dadurch kann es deinem Baby schnell zu heiß werden oder es kann nicht mehr frei atmen. 
  • Schütze dein Baby vor Überwärmung. Lasse es bei 18 Grad Raumtemperatur schlafen. Der „Babyspeck“ ist ein zusätzlicher Wärmespeicher, den man nicht unterschätzen darf. Vermeide es, ihm Mützen im Haus anzuziehen.
  • Sorge für eine gute Sauerstoffversorgung, d.h. wenn möglich mit offenem Fenster schlafen oder immer wieder stoßlüften (Dachwohnung in den Sommermonaten)
  • Ziehe deinem Baby zum Schlafen einen Schlafsack an. Der Schlafsack sollte in einer altersentsprechenden Größe gekauft werden. Er verhindert das Drehen in die Bauchlage im Schlaf und gewährleistet eine stabile Temperatur. Dein Baby hat trotzdem noch freie Bewegungsmöglichkeit für seine Arme und fühlt sich nicht eingeengt.
  • Sorge für eine rauchfreie Umgebung!
  • Es sollte niemand neben dem Baby schlafen, der Alkohol getrunken oder geraucht hat
  • Es wird ein Schnuller empfohlen, die Kinder kommen nicht in so eine extreme Tiefschlafphase, da sie immer wieder ein sogenanntes „hohlnuckeln“ machen, obwohl sie keinen Schnulli mehr im Mund haben.
  • Stillen soll einigen Studien zufolge ebenfalls das SIDS-Risiko senken. Unklar bleibt allerdings, weshalb genau das so ist. Gründe könnten eine verbesserte Immunabwehr und positive Auswirkungen auf das Schlafverhalten sein.
  • Nehme die U-Untersuchungen wahr, um mögliche Störungen in der Entwicklung und Erkrankungen rechtzeitig bemerken und behandeln zu können. Spreche bei Unsicherheiten, Fragen oder Bedenken immer mit deinem Kinderarzt. Er kann dir auch viele hilfreiche Informationen zum plötzlichen Kindstod und der individuellen Situation deines Kindes geben.

FAZIT: Es gibt leider kein 100% Schutz um den plötzlichen Kindstod zu verhindern. Mediziner geben Eltern  aber gerne die 3R-Methode auf den Weg. Noch nie davon gehört? Dann merke dir einfach:

  • Schlafen in Rückenlage
  • Richtiges Bett (damit ist ein Gitterbettchen gemeint, das mit einer luftdurchlässigen Matratze ausgestattet ist)
  • Rauchfreie Umgebung

In Summe sind diese 3R die wichtigsten Risikofaktoren und medizinischen Leitlinien, die es zu beachten gilt, um dem plötzlichen Kindstod vorzubeugen.

Liebe Mamis ich möchte euch gerne auf den Weg geben, dass wir als Eltern natürlich eine große Verantwortung tragen, aber NICHT für alles verantwortlich sind.