Körperliche Veränderungen in der Schwangerschaft Teil 1

Kaum hat sich die erste Aufregung um die Neuigkeit schwanger zu sein gelegt, kommt schon der nächste spannende Abschnitt auf dich zu: die körperlichen Veränderungen, ausgelöst durch die Schwangerschaftshormone. Aber was genau verändert sich eigentlich und weshalb? Alles dazu findest du im heutigen Blog.

Liebe Mami, bestimmt hast du den Satz "da spielen die Hormone verrückt" schon öfter gehört. Ganz so unrecht hat der Volksmund da gar nicht. Denn, wenn du schwanger bist, verlagert sich die Hormonproduktion von den Eierstöcken auf die Plazenta bzw. den Mutterkuchen. Da kann es schon mal vorkommen, dass die ein oder andere Hormonproduktion übers Ziel hinausschießt oder nicht recht in die Gänge kommt. Die Folge sind die fast minütlich wechselnden Gemütszustände der Schwangeren, Stimmungsschwankungen oder einfach nur ein komplettes Hormonchaos. Alle Schwangeren und deren Umfeld sind sich einig: das kann emotional ganz schön anstrengend sein.

Es gibt aber auch körperliche Veränderungen in der Schwangerschaft, die sehr wichtig sind, um die Einnistung, das spätere Stillen oder die Geburt vorzubereiten oder sogar zu erleichtern. Einige körperliche Veränderungen/ Schwangerschaftssymptome findest du auch in diesem Blog.

Körperliche Veränderungen

Ab dem ersten Tag deiner Schwangerschaft bereitet sich dein Körper darauf vor, das heranwachsende Baby bestmöglich zu versorgen und reifen zu lassen. Nicht nur dein Ungeborenes verändert sich, reift und wächst, sondern auch dein Körper durchläuft viele Veränderungen, die über den wachsenden Babybauch hinausgehen.

Herz-Kreislauf-System

Bereits ab der ersten Schwangerschaftswoche arbeitet der mütterliche Kreislauf auf Hochtouren. Es werden ca. 1,5 Liter mehr Blut gebildet, die unter anderem eine optimale Durchblutung der Gebärmutter gewährleisten sollen. Diese wird benötigt, damit sich die befruchtete Eizelle gut einnisten kann und danach auch gut versorgt wird. Viele Schwangere fühlen sich gerade im ersten Trimester durch die körperlichen Veränderungen müde und ausgelaugt. Aufgrund der erhöhten Blutzirkulation kommt es auch häufig vor, dass Schwangere einen erhöhten Puls mit einem zugleich niedrigen Blutdruck haben.

Im Laufe der Schwangerschaft nimmt die Flüssigkeitsmenge einer Schwangeren sogar bis zu 8 Liter zu. Ab der zweiten Schwangerschaftshälfte musst du deshalb leider mit Wassereinlagerungen (sogenannten Ödemen) rechnen, die an Füßen, Beinen, Händen oder im Gesicht auftreten können. Nach der Geburt gehen sie aber meist von selbst wieder weg. Durch eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegungen (z.B. Schwangerschaftssport) kannst du die Ödeme selbst auch oft in den Griff bekommen. Sollten dir die Wassereinlagerungen sehr zu schaffen machen, thematisiere es bitte mit deinem Frauenarzt.

Immunsystem

Ja, auch das zählt zu den körperlichen Veränderungen in der Schwangerschaft. Dein heranwachsendes Baby ist für deinen Körper zunächst mal ein Fremdkörper, da er sich zu 50% von deinem unterscheidet. Damit dein Immunsystem also dieses Kind nicht nur toleriert, sondern auch bestens schützt und in der Entwicklung aktiv unterstützt, muss dein Körper spezielle Antikörper bilden. Diese Antikörper verhindern eine Abstoßung des Babys und fördern zugleich seinen bestmöglichen Schutz.

Gerade Frauen mit chronischen Krankheiten, wie Rheuma, Neurodermitis oder Heuschnupfen, lieben und genießen die 40 Schwangerschaftswochen, da die Symptome deutlich schwächer ausfallen oder sogar ganz wegfallen. Im Übrigen profitieren stillende Frauen meistens auch noch von diesem Phänomen.

Haare und Haut

Das Hormon Progesteron ist nicht nur für die Aufrechterhaltung der Schwangerschaft und eine bessere Durchblutung der Gebärmutter zuständig, sondern auch für den sogenannten "Schwangerschaftsglow" oder "Schwangerschaftsglanz". Progesteron erhöht nämlich die Stoffwechselgeschwindigkeit. Meistens sind die Folgen so, wie sie sich jede Frau wünscht: reine, rosige, glattere Haut und glänzendes, volles Haar.

Gleichzeitig ist die Haut dadurch aber auch lichtempfindlicher und reagiert sensibler auf UV-Strahlen. Deshalb solltest du ausgedehnte Sonnenbäder meiden und dich stets mit einem hohen Lichtschutzfaktor schützen. In vielen Fällen ist die Pigmentierung der Haut ebenfalls erhöht. Bei 15-20% der Schwangeren tritt die sogenannte "Linea Nigra" auf, eine dunkel gefärbte Linie vom Bauchnabel bis zum Schambein. Sie ist harmlos und geht von allein nach der Geburt weg.

Mundhygiene

Die Zahngesundheit spielt bei vielen Schwangeren eine große Rolle. Alle Schwangeren sollten wissen, dass sie ein erhöhtes Kariesrisiko haben, ausgelöst durch folgende Faktoren: geringerer pH-Wert im Speichel, erhöhter Kalziumbedarf sowie häufigeres Zahnfleischbluten (ausgelöst durch die vermehrte Blutzirkulation). Da das Risiko bei nahezu jeder Schwangeren besteht, solltest du mindestens ein- bis zweimal in der Schwangerschaft zum Zahnarzt gehen und eine Prophylaxe durchführen. Außerdem hilft es, nach jeder Mahlzeit mit einer weichen Zahnbürste die Zähne zu putzen.

Gut zu wissen: Viele Zahnbehandlungen, die normalerweise kostenpflichtig bzw. zuzahlungspflichtig sind, werden bei Schwangeren von der Kasse übernommen (z.B. Zahnfüllung mit Kunststoff). Manchmal werden diese Leistungen von der Kasse auch während der Stillzeit übernommen.

 

Links:

- Überblick über die Veränderungen:  https://www.gesundheit.gv.at/leben/eltern/schwangerschaft/info/koerperliche-veraenderungen-schwangerschaft

- Hormone und Stimmungsschwankungen: https://www.tk.de/techniker/gesundheit-und-medizin/schwangerschaft-und-geburt/hormone-und-stimmungen-in-der-schwangerschaft-2009300?tkcm=ab