Übelkeit in der Schwangerschaft - 13 Tipps gegen Übelkeit

Übelkeit in der Schwangerschaft

 

Liebe Mami, kommt es dir bekannt vor, dass du frischen Kaffeeduft früher geliebt hast und dir jetzt speiübel davon wird? Oder sich dir bei deinem Lieblingsparfüm der Magen umdreht? Nur keine Panik, das ist bei vielen Schwangeren eine ganz normale Veränderung.

 

Aber das Beste zuerst: deine Übelkeit ist keine Erkrankung, sondern eine schwangerschaftsspezifische Veränderung.

Es kann natürlich nicht nur der frische Kaffeeduft oder der Duft deines Lieblingsparfums sein, sondern alle Düfte betreffen, die du vor deiner Schwangerschaft toll fandest. Das liegt daran, dass in der Schwangerschaft deine Geschmacks- und Geruchsnerven stärker ausgeprägt sind. Wusstest du, dass sogar ¾ aller Schwangeren von Übelkeit und Erbrechen betroffen sind? Wie siehst, bist du nicht allein.

Was ist Schwangerschaftsübelkeit?

Man unterscheidet die normale Schwangerschaftsübelkeit von der sogenannten Hyperemesis gravidarum, die mit starkem Erbrechen einhergeht. Bitte gehe IMMER zum Arzt, wenn dein Leidensdruck zu groß wird. Es ist nur logisch, dass die Lebensqualität deutlich eingeschränkt ist, wenn einem regelmäßig übel ist und erst recht, wenn wenig oder sogar keine Nahrung drinnen bleibt. Das Bedenklichste ist jedoch der Wasserverlust, der mit dem Erbrechen einhergeht. Musst du mehr als 5x am Tag spucken und/oder hast du in etwa 5% weniger Gewicht als noch vor deiner Schwangerschaft, so gehe bitte unverzüglich zum Arzt und hole dir Unterstützung. Zum Glück sind nur 2% aller Schwangeren von der Hyperemesis gravidarum betroffen.      
Die meistens Betroffenen haben die bekannte morgendliche Übelkeit, seltener hält die Übelkeit auch tagsüber und/oder nachts an. Die normale Übelkeit ist für dein Ungeborenes ungefährlich. Eine Studie zeigte, dass Frauen, die von der Schwangerschaftsübelkeit betroffen waren sogar bis zu 50-75% seltener eine Frühgeburt hatten. Das ist doch auch was Gutes, oder? 

Normalerweise treten die ersten Symptome der Übelkeit 2-3 Wochen nach dem Ausbleiben deiner Periode auf. Bemerkst du die Übelkeit allerdings erst nach der 9. Schwangerschaftswoche (im Nachfolgenden: SSW), so kann es andere Ursachen haben. Bitte sprich dann unbedingt mit deinem behandelnden Arzt.       
Das Gute an der Schwangerschaftsübelkeit ist, dass sie normalerweise um die 14. SSW herum wieder verschwindet. Sehr selten bleibt sie die gesamte Schwangerschaft über. Wenn du erneut schwanger wirst, besteht eine 50%ige Chance, dass du wieder davon betroffen bist.

Die Ursachen für Schwangerschaftsübelkeit

Jetzt fragst du dich sicher nach den Ursachen? Nun, leider sind die genauen Ursachen nicht bekannt. Es gibt aber einige Vermutungen:

  1. Durch einen steigenden Östrogenspiegel und das Schwangerschaftshormon HCG, hat dein Körper einiges zu tun und umzustellen. Damit ist er dann ziemlich beschäftigt und die Auswirkung ist deine Übelkeit. Häufiger sind auch Mamas, die Zwillinge erwarten von der Übelkeit und den Umstellungsschwierigkeiten des Körpers
  2. Es können aber auch psychische und physische Ursachen eine Rolle spielen. Stress z.B. verstärkt die Übelkeit. Am besten ist, du thematisierst die Übelkeit gar nicht groß. Denn nicht jeder Schwangeren muss zwangsläufig schlecht sein, damit sie eine gesunde Schwangerschaft hat. Das ist ein Volksmythos.
  3. Auch Stoffwechsel- und Schilddrüsenerkrankungen können die Übelkeit verstärken bzw. diese befürworten. Ebenso ein niedriger Blutzuckerspiegel oder ein Vitamin B-Mangel.

13 Tipps gegen Schwangerschaftsübelkeit

Es gibt aber glücklicherweise Möglichkeiten, um dir Erleichterung zu verschaffen. Hier ein paar Tipps:

  • Iss morgens gleich vor dem Aufstehen einen kleinen Snack. Stelle dir an deinen Nachttisch z.B. etwas Zwieback oder Knäckebrot und gesüßten Tee, um den Blutzuckerspiegel und deinen Kreislauf in Schwung zu bringen.
  • Nimm mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt zu dir.
  • Iss viele Kohlenhydrate und vermeide von stark gewürzte, fettige, scharfe, zuckerhaltige Speisen. Auch Kaffee, Säfte und kohlensäurehaltiges Wasser können deine Übelkeit verstärken.
  • Bitte verzichte auch unbedingt auf Zigarettenrauch!
  • Meide Gerüche, die du nicht magst. Verzichte auch auf Lebensmittel, die du nicht essen möchtest und gönne dir dafür die Lebensmittel, auf die du Appetit hast.
  • Auch 3 Tassen verdünnten Ingwertee pro Tag können helfen. Auch ab und zu ein Ingwerbonbons lutschen, dieses wirkt krampflösend. Achte auf die Dosierung.
  • Probiere mal eine andere Zahnpastamarke
  • Akupunktur und Akupressur helfen bei einigen Schwangeren ebenfalls. Wenn du dazu Fragen hast, gehe auf deine Hebamme oder deinen Arzt zu. Auch Physiotherapeuten wissen oftmals Bescheid.
  • Trinke bitte viel und achte auf eine regelmäßige und ausreichende Flüssigkeitszufuhr! Vielleicht helfen dir Kräutertees dabei viel zu trinken.
  • Ein Vitamin B-Mangel ist ja häufig für die morgendliche Übelkeit verantwortlich. Du kannst durch eine ausgewogene Ernährung viele B-Vitamine decken. Vitamin B12 findest du z.B. in Fleisch und Fisch, in manchen Gemüsesorten, in Milchprodukten und Vollkorngetreide sowie Soja und Weizenkeimen. Auch eine Vitamin B6-Zufuhr hilft oft. Das kannst du über tierische Quellen wie Fisch, Fleisch und Milchprodukten zu dir nehmen oder über pflanzliche Quellen wie grüne Bohnen, Avocado, Hefe, Nüsse, Bananen, Linsen, Kartoffeln, Vollkornprodukte oder Feldsalat. Eventuell lohnt es sich auch ein Essensprotokoll zu machen.
  • Zudem sorgt der Duft von Zitrone und Grapefruit für Entspannung.
  • Wenn du dich viel bewegst, wird dein Stoffwechsel angeregt. Ein gemütlicher Spaziergang, Pilates oder Yoga bringen deinen Kreislauf in Schwung.
  • Aber auch ausreichend Schlaf ist wichtig, damit es dir und deinem Baby gut geht.

Dass du trotz Schwangerschaftsübelkeit darauf achten solltest, alle wichtigen Nährstoffe zu dir zu nehmen, ist schon allein aus dem Grund angeraten, weil diese für eine gesunde Entwicklung des Kindes wichtig sind. Der Bedarf an bestimmten Nährstoffen ist zudem in der Schwangerschaft erhöht. So nimmt die Zufuhr von Folsäure, Eisen, Jod und B-Vitaminen einen erhöhten Stellenwert ein. Eisen spielt zum Beispiel eine Rolle bei der Bildung des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin), der Sauerstoff in deinem und im Organismus deines Kindes transportiert.

Denke bitte immer daran, dass du VOR der Einnahme von Medikamenten mit deinem Arzt oder deiner Hebamme sprechen solltest!

Ich hoffe, dass du dir mit meinen Tipps etwas Erleichterung verschaffen konntest oder zumindest etwas Ablenkung zu deiner jetzigen Situation.