Barrieremethoden

Ein weiterer wichtiger Teil der Blogreihe "Verhütungsmethoden" sind die Barrieremethoden. Für wen die Methoden geeignet sind, wie hoch der Pearl Index ist sowie eine kurze Beschreibung der Methode findest du im heutigen Blog.

Liebe Mami, wenn du dir einen Überblick über die Blogreihe "Verhütungsmethoden" verschaffen möchtest, findest du hier die passenden Links: Natürliche Verhütungsmethoden , Hormonelle Verhütungsmethoden Teil 1 und Hormonelle Verhütungsmethoden Teil 2. Den Begriff Barrieremethoden, um die es heute geht, hast du vielleicht so noch nicht gehört, aber sicherlich kommt dir das eine oder andere Verhütungsmittel bekannt vor.

Die Idee dahinter ist denkbar einfach: Barrieremethoden verhindern physikalisch, dass Spermien in die Gebärmutter gelangen und dadurch eine Schwangerschaft entsteht. Zu den gängigsten Methoden zählen das Kondom, das Femidom, die Portiokappe, das Diaphragma, der Verhütungsschwamm und das Spermizid(gel). Die sichere Anwendung jeder Barrieremethode verlangt etwas Übung. Es gibt aber viele Informationsquellen im Netz, zahlreiche Informationsmaterialien wie z.B. Flyer sowie Beratungsstellen (Familien- oder Frauenberatungsstellen) oder deinen Frauenarzt, die dir sicherlich gerne weiterhelfen und die Anwendung anschaulich erklären. Diese Art der Verhütungsmittel ist rezeptfrei erhältlich, die Kosten werden allerdings von den Krankenkassen nicht übernommen.

Barrieremethoden

Kondom: Pearl Index: 4-9

Das gute, klassische Kondom, von dem du hundertprozentig schon gehört und es vielleicht sogar benutzt hast. Kondome sind dünne Schutzhüllen, die den steifen Penis bedecken. Sie sind meistens aus Latex, manchmal auch aus Naturkautschuk oder anderen synthetischen Materialien. Das Kondom ist das einzige bekannte Verhütungsmittel, das neben einer Schwangerschaft auch die Übertragung sexueller Krankheiten (wie HIV, Syphillis) verhindern kann.

Wenn du das Kondom korrekt anwendest, hast du in aller Regel eine hohe Sicherheit nicht schwanger zu werden. Wichtig zu wissen: verwende das Kondom vor der vaginalen Penetration (LINK mit Erklärung?), nimm die richtige Größe und benutze es pro Geschlechtsakt nur einmal.

Trotz aller Vorsicht kann es vorkommen, dass das Kondom reißt. Dies könnte bspw. der Fall sein, wenn zu wenig Gleitfüssigkeit vorhanden ist (z.B in der Stillzeit), ein ungeeignetes Gleitmittel verwendet wird oder nach dem Samenerguss der Penis mit dem Kondom falsch herausgezogen wird. Das Verhütungsmittel lässt viel sexuelle Spontanität und Freiheit zu, es kann auch von stillenden Frauen verwendet werden. Meistens empfinden viele Paare diese Barriere als Nachteil oder störend beim Geschlechtsverkehr.

Femidom: Pearl Index: 4-9

Femidom - das Frauenkondom. Es besteht aus einer dünnen Hülle mit einem elastischen Ring an jeder Seite. Das Femidom kann bis zu acht Stunden vor dem Sex eingesetzt werden und muss, im Gegensatz zum Kondom, nach dem Geschlechtsakt nicht sofort entfernt werden. Es schützt ebenso vor sexuell übertragbaren Krankheiten und einer ungewollten Schwangerschaft.

Auch das Frauenkondom kann, wie das Männerkondom, reißen. Der einzige Unterschied ist, dass es von der Frau getragen wird und Frauen dadurch mehr Kontrolle über den (korrekten und konstanten) Gebrauch haben.

Portiokappe: Pearl Index: 4

Die Portiokappe sieht ähnlich aus wie ein Fingerhut. Sie besteht aus festerem Plastik oder Hartgummi. Im Gegensatz zum Diaphragma sitzt sie aber fester. Die richtige Handhabung erfordert etwas Übung. Die Portiokappe wird eng über den Gebärmutterhals gestülpt und darf erst sechs bis acht Stunden nach dem Sex entfernt werden.

Es wird empfohlen, die Portiokappe mit chemischen Verhütungsmitteln  (wie Spermiziden) zu kombinieren, um auf den Pearl Index von 4 zu kommen. Nach dem Herausnehmen kann sie, richtig gewaschen und gelagert, mehrmals wiederverwendet werden.

Diaphragma: Pearl Index: 4-7

Das Diaphragma wird, wie die Portiokappe auch, bei der Frau angewendet. Es besteht aus dünnem Latexgummi, der kuppelförmig über einen Ring gespannt ist. Die Verwendung des Diaphragmas ist im Vergleich zur Portiokappe einfacher in der Anwendung, braucht aber regelmäßige ärztliche Checks, weil es in unterschiedlichen Größen vorhanden ist.

Kurz vor dem Sex wird es weit in die Scheide eingeführt und verschließt den Muttermund. Bei der Einführung wird empfohlen, am Rand des Rings etwas Spermizidgel zu verwenden, um die Sicherheit zu erhöhen. Es sollte mindestens acht Stunden nach dem Geschlechtsverkehr drinbleiben, um dann vorsichtig entfernt zu werden. Nach dem Herausnehmen kann es, richtig gewaschen und gelagert, mehrfach wiederverwendet werden.

Verhütungsschwamm: Pearl Index: 5-10

Der Verhütungsschwamm ist ein kleiner runder Schwamm aus Kunststoff, der mit Spermizid imprägniert ist. Der Schwamm wird mit Wasser befeuchtet und wie ein Tampon tief in die Scheide geführt. Dort saugt er die Spermien auf. Er ist praktisch in der Handhabung und über eine längere Zeitspanne anwendbar. Mit einer kleinen Schlaufe kann er mindestens sechs Stunden nach dem Geschlechtsverkehr problemlos entfernt werden.

Spermizid(-gele):

Spermizide töten Samenzellen bei Kontakt ab. Vor dem Sex sollten sie als Creme, Schaum, Zäpfchen oder Gel in die Scheide eingeführt werden. Als alleiniges Verhütungsmittel angewandte, haben sie einen Pearl Index von 19-20.

Spermizide bzw. Spermizidgele sollten aufgrund ihrer eingeschränkten Wirksamkeit nicht als eigenständiges Verhütungsmittel angewendet werden, sondern mit einer anderen Barrieremethode (z.B. einem Kondom oder Diaphragma) kombiniert werden. Dadurch erhöhst du den Schutz zusätzlich. Vor der Anwendung der Spermizide solltest du testen, wie die Verträglichkeit ist, um einen ausreichenden Schutz herzustellen.

 

Liebe Mami, lass dir Zeit, um die richtige Verhütungsmethode für dich und deinen Körper zu finden. Es hilft auch oft, wenn du mit anderen Frauen deines Vertrauens über ihre Erfahrungen sprichst. Natürlich solltest du auch deinen Partner miteinbeziehen, denn vermutlich wollt ihr beide euren Teil dazu beitragen.

 

Links:

- https://www.msdmanuals.com/de-de/heim/gesundheitsprobleme-von-frauen/familienplanung/barrieremethoden (wäre das vlt ein passender Link? Er führt zwar die gleichen Methoden an, aber unten könnten man auch auf die ärztliche Sicht wechseln und an der Seite gibt es weiterführende Links)

 

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