Stillhütchen - Das sind die Vor - und Nachteile

Heiß umstritten das Thema „Stillhütchen“, das kennst du sicher auch, oder?

Soll man es probieren, wenn es Probleme beim Anlegen deines Babys gibt? Oder gibt es sogar echte Vorteile oder gar Nachteile, wenn man Stillhütchen benutzt? Jede Mama hat sich sicherlich darüber schon mal den Kopf zerbrochen und mit anderen Mamas gesprochen.

Unter Stillfachleuten sind die Stillhütchen sehr umstritten und viel diskutiert. Allerdings bekommt bereits jede 3.-4. frischgebackene Mama schon in der Geburtsklinik ein Stillhütchen, wenn es Probleme beim Anlegen gibt.

Ich möchte dir in diesem Blog ein paar Vorteile und auch Nachteile von Stillhütchen vorstellen.

VORTEILE:

Die Stillhütchen sind härter, breiter und länger als die Brustwarze der Mutter. Somit imitiert es eine ausgeprägte Brustwarzenform in Mund des Kindes. Und das wiederum erzeugt einen starken Saugstimulus, heißt: deinem Baby fällt das Trinken viel leichter.

Neugeborene, die eine starke Anregung zum Saugen brauchen, werden dadurch animiert und auch schneller mit Milch belohnt. Auch bei saugschwachen Babys klappt das Stillen meist einfacher, weil durch die stabile Form der Hütchen die Brust leichter entleert werden kann. Zudem kann dein Baby die Brustwarze beim Saugen besser halten.       
Auch wenn du vorher die Flasche gegeben hast, gestaltet sich der Übergang leichter, weil die Milch schneller verfügbar ist. Beispielsweise kann man das Hütchen auch vorher mit Milch volllaufen lassen.

Wenn du Schlupf- oder Flachwarzen hast, die für ein effektives Stillen zu schwach sein sollten, kann ein Hütchen ebenfalls schnelle Abhilfe schaffen. Und natürlich können auch Schmerzen bei der Mama reduziert werden, da die Warze weniger beansprucht wird.

       NACHTEILE:

Die meisten Babys gewöhnen sich schnell ans Hütchen. Dadurch wird es schwierig es wieder abzugewöhnen. Selbst wenn das ursprüngliche Problem, weshalb du das Hütchen brauchtest, nicht mehr da ist, so muss dein Baby zuerst die Brustwarze ansaugen bevor es Milch bekommt. Und das ist erstmal schwieriger für dein Baby.

Zudem besteht das Risiko, dass dein Baby die Brust nicht ausreichend entleert. Das hat zur Folge, dass die Stillhormone Prolaktin und Oxytocin weniger ausgeschüttet werden und die Milchmenge zurückgeht. Somit musst du immer wieder nachpumpen, um die Brust gut zu entleeren und dadurch die Hormone für die Nachbildung anzuregen. Auch der Geruch deiner Brustwarze, der durch die Montgomery-Drüsen erzeugt wird, kann von deinem Baby weniger wahrgenommen werden. Für ein gutes Andocken ist das aber sehr wichtig.

Bei wunden Warzen bieten die Hütchen leider auch nicht die optimale Lösung, da sie ein höheres Risiko von Wundinfektionen und Brustentzündungen haben. Auch das Risiko deines Babys, Soor zu bekommen, steigt mit der Benutzung der Hütchen.

Beim Stillen ohne Hütchen gelangen Keime von Mund-Rachen-Raum deines Babys in die Milchkanäle der Mutter. Dadurch können für dein Baby wichtige Abwehrstoffe gebildet werden, was dann einen Schutz vor Erkrankungen bietet. Mit Hütchen bleibt dieser positive Nebeneffekt leider aus.

Es können auch Verletzungen, Quetschungen oder Schmerzen durch falsche Hütchengröße oder falsche Anwendung verursacht werden.

Zuletzt gibt es die sogenannte Abhängigkeit von den Hütchen. Nicht nur dein Baby gewöhnt sich dran, sondern auch du musst immer an die Hütchen denken. Manchmal verrutschen die Hütchen beim Stillen oder die Milch läuft daneben. Auch der Aufwand für die Hygiene der Hütchen, also das abkochen, ist ziemlich groß.

Liebe Mami, du siehst selbst, es gibt einige Vorteile, aber auch einige Nachteile bei der Verwendung der Stillhütchen. Es lohnt sich aber definitiv dranzubleiben, um ohne Hütchen Stillen zu können. Nun möchte ich dir noch ein paar Dinge zu den Stillhütchen im Allgemeinen vorstellen.

RICHTIGES ANLEGEN VON HÜTCHEN

Es ist superwichtig, auf die richtige Anwendung zu achten, d.h.: auf

  • die richtige Größe des Hütchens
  • das richtige Anlegen des Babys mit dem Hütchen
  • eine gute Hygiene

Um das Hütchen richtig anzulegen, solltest du dein Baby seinen Mund ganz öffnen lassen, damit es ausreichend Brustgewebe bekommt. Der Mund deines Babys sollte am Rand des Hütchens liegen. Außerdem sind Aussparungen am Hütchen sehr wichtig, denn dadurch entstehen mehr Hautkontakt und auch mehr Geruch. Die Aussparung sollte immer an der Nase deines Babys sein.

Um das Hütchen aufzusetzen, dehnst du es zuerst an den Flügeln. Dann setzt du es mittig auf die Brustwarze, sodass sich ein Teil der Warze in den Schaft aufstellen kann. So wird deinem Baby auch Arbeit abgenommen. Du kannst das Hütchen auch mit hochgefaltetem Rand auf die Warze setzen und danach den Rand auf dem Warzenhof ausstreichen.

Tipp: Wenn das Hütchen feucht ist, haftet es besser! Durch warmes Wasser kannst du es besser formen.

HYGIENE

Achte bitte unbedingt auf saubere Hände! Sei vorsichtig bei spitzen und langen Fingernägeln, damit das Hütchen nicht beschädigt wird.

Spüle das Hütchen immer erst mit kaltem, dann mit warmem Seifen- oder Spülmittelwasser gut aus bevor du es auskochst. Lege ein sauberes Tuch in die Box, um das Hütchen aufzubewahren. Denke daran, das Hütchen einmal täglich auszukochen - vor Allem bei wunden Warzen ist das extrem wichtig.

Erneuere ca. alle 4 Wochen das Hütchen. Oder spätestens dann, wenn es nicht mehr richtig an deiner Brust haftet.

GRÖßE

Die Größe des Hütchens sollte sowohl zur Brustwarze der Mama passen als auch zum Mund des Babys.

Das Hütchen sollte von der Länge und dem Durchmesser zur Brust passen, d.h. vom Durchmesser etwas 2mm größer sein, als der Durchmesser der Brustwarze in der Ruheposition.   
Merke dir: so klein wie möglich so groß wie nötig!

Die Millimeter-Angabe vom Hersteller bezieht sich dabei auf den inneren Durchmesser des Schaftes an der Basis (s. Skizze). Das kannst du evtl. selbst mit dem Lineal an deiner Brust ausmessen.

ABGEWÖHNEN VOM HÜTCHEN

Versuche es einfach immer wieder mit viel Geduld, aber ohne dir selbst Druck zu machen. Die meisten Babys lernen es, wenn du es immer wieder versuchst und ihr euch beim Abgewöhnen Zeit lasst.
Wenn es nach einiger Zeit immer noch nicht klappt, könnte es auch an einem zu kurzen Zungenbändchen deines Babys liegen. Machst du dir darüber Gedanken, dann gehe mit deinem Baby zum Kinderarzt und lasse es abklären, um Gewissheit zu erhalten.

Ich habe noch ein paar Tipps für dich, wie du das Abgewöhnen gut angehen kannst:

  • Beginne das Stillen mit Hütchen, lege dann eine kurze Pause ein und lasse das Hütchen danach weg. Somit ist die Warze besser aufgestellt und dein Baby kann sie einfacher einsaugen.
  • Löse vor dem Stillen mit der Pumpe oder der Hand den Milchspendereflex aus, um den Milchfluss deinem Baby zu erleichtern.
  • Kuschelt viel miteinander und habt viel Hautkontakt!
  • Wenn dein Baby noch im Halbschlaf ist, versuche ohne Hütchen zu stillen, wenn es die ersten Saugbewegungen macht

Und denke immer dran: du hast nur zu gewinnen und nichts zu verlieren!