Geburtsorte - Hausgeburt

Liebe Mamis, sicherlich hat jede von euch schon mal die Begriffe „Hausgeburt“, „Klinikgeburt“, „Hebammenkreißsaal“ und „Geburtshaus“ gehört. Meistens ist es dann aber doch so, dass jede Mami ihre eigene Vorliebe mitbringt und sich gezielt in diese eine Richtung informiert. In dieser Blogreihe möchte ich euch einige Infos über die einzelnen Geburtsorte geben. Beginnen wir mit der...

„Hausgeburt“:

Eine Hausgeburt gilt heutzutage als Ausnahme unter den Geburten. Nur 2% aller Mütter entbinden zuhause, wohingegen nahezu jede Schwangere in den 40 Wochen Schwangerschaft mit dem Gedanken daran spielt, ihr Kind in einer vertrauten Atmosphäre, selbstbestimmt und natürlich zur Welt bringen. Es gibt mannigfaltige Gründe, weshalb sich die Mütter dann doch gegen eine Hausgeburt entscheiden: persönliche Erfahrungen und Erlebnisse spielen mit rein, die Gesundheit von Mutter und Kind, aber auch der Sicherheitsgedanke, der bei einigen Mamas stark ausgeprägt ist. Das Einbeziehen und Abwägen des Risikos für eventuelle Komplikationen spiegelt im Übrigen einen Teil der Selbstbestimmtheit der Frauen von heute. Es zeigt, dass Frauen heutzutage mehr Möglichkeiten haben, sich individuell für den Geburtsort ihrer Wahl entscheiden können und dürfen.

Wie läuft eine Hausgeburt ab?

Grundvoraussetzung für eine Hausgeburt sind eine gesunde Mutter und ein gesundes Kind. Heißt mit anderen Worten: wenn du z.B. eine genetische Krankheit hast oder (Schwangerschafts-)Diabetes, dann wird dir mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Hausgeburt abgeraten, weil das Risiko für Komplikationen zu hoch ist.

Ganz wichtig ist eine weitere Grundvoraussetzung: die meisten Schwangeren, die sich für eine Hausgeburt entscheiden, werden schon von Anfang an von ihrer Hebamme durch die Schwangerschaft begleitet. Das heißt für dich, wenn du eine Hausgeburt haben möchtest, erkundige dich so früh es geht, nach einer Hebamme, bei der "die Chemie stimmt". Denn die Nachfrage nach den Geburtshelfern ist groß. Gerade zu Zeiten von Corona wird eine immer größere Nachfrage dahin verzeichnet. Auch weitere Umstände, wie die Größe und Lage des Kindes, die Lage der Plazenta, die Tatsache ob es eine Einlings- oder Mehrlingsschwangerschaft ist oder die Mutter schon einen Kaiserschnitt hatte, fließen natürlich mit in die Entscheidung PRO oder CONTRA Hausgeburt ein.

Die Geburt selber läuft auf ganz natürlichem Wege ab. Wenn du dich für die Hausgeburt entscheidest, musst du dir im Klaren darüber sein, dass du auf Schmerzmittel wie eine PDA verzichten musst. Eine Hebamme, in manchen Fällen auch zwei (eine für dich, eine für dein Baby), begleitet dich durch die Geburt. Sie untersucht dich und dein Baby und unterstützt dich unter der Geburt. Ärzte erklären sich nur in den seltensten Fällen bereit, an einer Hausgeburt teilzunehmen. Die Hebamme muss sich die Zeit rund um den Entbindungstermin (ET) vollständig blocken, um jederzeit abrufbereit zu sein.

Einige Wochen vor dem geplanten ET nimmst du Kontakt zu deiner Hebamme auf, idealerweise kommt sie zu dir nach Hause und ihr schaut euch zusammen die Möglichkeiten deiner Wohnung an, wo eine Geburt sinnvoll und entspannt für dich ist. Ihr besprecht ausführlich den geplanten Ablauf. Achte darauf, dass du ein Badezimmer in der Nähe des Geburtsortes hast und ein bequemes Möbel, auf dem du gut gebären kannst (z.B. dein Bett oder ein bequemer Sessel). Beziehe dieses Möbel mit einer wasserfesten Unterlage. Außerdem ist es wichtig, genügend saubere Tücher und eine Wärmelampe bereit zu halten. Denke auch an ein sauberes Gefäß für den Mutterkuchen. Um den Rest kümmert sich i.d.R. die betreuende Hebamme.

Viele Hebammen bestehen darauf, dass du dich vorsorglich in deiner Klinik vorstellst, falls etwas nicht nach Plan laufen sollte. Die von dir ausgewählte Klinik wird von dir informiert und mit allen wichtigen Informationen (medizinische Unterlagen, Laborwerte etc.) versorgt, damit du mit deinem Baby im Notfall gut versorgt bist. Meistens findet vor dem ET und der geplanten Hausgeburt eine Kontrolluntersuchung in der Klinik statt.

Wieviel kostet eine Hausgeburt?

Die Rufbereitschaft der Hebamme ist natürlich ein Kostenfaktor, den du selbst komplett tragen musst: in den meisten Fällen sind das in etwa 300€. Hinzu kommen die restlichen Kosten der Hausgeburt. Diese können von den Krankenkassen übernommen werden, müssen es aber nicht. Manche Krankenkassen fordern eine Selbstbeteiligung, andere übernehmen die Kosten vollständig. Am besten ist es, du fragst bei deiner Krankenkasse nach und informierst dich.

Die Kosten einer privaten Hebamme liegen entsprechend höher, als die einer Hebamme mit Kassenvertrag. Achte auch hierauf.

Was brauchst du für eine Hausgeburt?

Im Vergleich zu einer Klinikgeburt muss eine Hausgeburt gut vorbereitet sein. Es gibt einige Dinge, die du in Ruhe vorbereiten oder checken solltest, bevor es mit den Wehen losgeht. Außerdem ist es wichtig, dass du folgende Papiere bereithältst: deinen Mutterpass, den Personalausweis, die Krankenkassenkarte, einen Allergiepass (falls du einen hast), ein Familienstammbuch bzw. deine Geburtsurkunde (bei ledigen Mamas), eine Liste mit den wichtigsten Telefonnummern. Auch eine für den Notfall gepackte Kliniktasche für dich und dein Baby sowie ein Handy mit geladenem Akku sind ein absolutes Muss.

Wenn du dich selbst nochmal genauer über die Fakten rund um die Hausgeburt informieren möchtest, kannst du dies z.B. hier tun: https://www.windeln.de/magazin/schwangerschaft/geburt/vorbereitung-zur-hausgeburt.html. Natürlich gibt es auch weitere Foren oder Internetseiten, auf denen du dich schlau lesen kannst.

Fazit

Liebe Mami, natürlich gibt es für alles im Leben Pro und Contra. Das wichtige Thema, wie und wo du dein Kind auf die Welt bringen möchtest, ist davon selbstverständlich nicht ausgenommen - ja es ist sogar eines der sensibelsten Themen.

Der alles entscheidende Vorteil ist die private Atmosphäre in den eigenen vier Wänden. Frauen, die sich für eine Hausgeburt entscheiden, haben dabei das Gefühl, dass sie durch die Geburt zuhause eine bessere Bindung zum Kind aufbauen können. Falls noch Geschwisterkinder da sind, ist dieses einmalige Familienerlebnis selbstverständlich auch von unschätzbarem Wert.

Als Nachteil kann man die besonderen Grundvoraussetzungen sehen, die es bei der Hausgeburt zu beachten gibt. Denn selbst, wenn du und dein Baby bei bester Gesundheit sind, weiß man doch nie, was bei der Geburt passieren kann. Dann zählt natürlich jede Minute und Mutter und Kind müssen ins Krankenhaus verlegt werden.

Vielleicht fallen dir ja noch weitere Pro´s und Contra´s ein? Nimm dir die Zeit, gemeinsam mit deinem Partner zu überlegen. Alles Gute für deine individuelle Entscheidung!